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An Deutschland Geschmack
gefunden
DIE SÜDAFRIKANERIN
MARLENE DU PLESSIS-ZÖTL IST ALS UNTERNEHMERIN IN
MÜNCHEN ERFOLGREICH
München Deutschland hatte Marlene du Plessis-Zötl
eigentlich nicht auf ihrer Rechung. "Ich wollte
das Land gar nicht besuchen", sagt die Südafrikanerin
und lacht, als sie an den Zwangs-Stopp in München
denkt. Vor 17 Jahren war das. Damals war sie gerade
auf Urlaubsreise in Europa. Dann wollte sie weiter nach
Thailand, bekam aber kein Visum, das Geld ging aus.
Da fand sie Unterschlupf bei einer Freundin in München.
"So bin ich hier gestrandet", sagt sie. "Es
war eher Zufall."
Oder auch Schicksal: Plessis-Zötl lernte ihren
deutschen Mann kennen, heiratete - und ist geblieben.
Mittlerweile ist die Kapstädterin eine erfolgreiche
Unternehmerin - eine der wenigen, (Süd-)Afrikanerinnen,
die es geschafft hat, in Deutschland eine Firma aufzubauen.
"Praterinsel Kantine" heißt du Plessis-Zötls
Catering-Service. Ein Landsmann brachte die Südafrikanerin
darauf, Firmen bei Tagungen und Veranstaltungen oder
die Filmbranche bei Premieren mit exotischen Buffets
zu beliefern.
Je mehr dabei die Demokratie im Land am Kap Fuß
fasste, die Touristenströme dorthin anschwollen
- desto gefragter wurden die südafrikanischen Spezialitäten,
die du Plessis-Zötl auf ihrem Speisezettel stehen
hat: vom Straußen- über das Krokodilfleisch
bis hin zur Burenwurst, die von einem Münchner
Metzger nach südafrikanischem Rezept gefertigt
wird.
Die gelernte Kauffrau mietete Räume in der ehemaligen
Schnapsfabrik Riemerschmid auf der Münchner Praterinsel,
machte ein Restaurant auf, in dem sie Mittagstisch anbietet
und Hochzeiten oder Privatparties bewirtet. Den Catering-Service
hat sie stetig erweitert: Drei Festangestellte und bis
zu 30 freie Mitarbeiter beliefern mehr als 100 Kunden.
Bald soll ein neuer Geschäftszweig hinzukommen.
Die Kapstädterin will ein südafrikanisches
Produkt in Deutschland vermarkten. Welches das ist,
verrät sie nicht. Sie glaubt aber: "Je mehr
Deustche Südafrika bereisen, desto mehr Abnehmer
finden südafrikanische Produkte hier."
Umso besser daher für die Unternehmerin, dass sie
eine der Wenigen ist, die hier Fuß gefasst haben.
"Was die meisten abhält, ist die Sprache -
und die Bürokratie", sagt sie. "Wenn
ich nicht geheiratet hätte, hätte ich nie
die Chance gehabt, hier eine Firma aufzumachen."
Vielen Landsleuten gehe es ähnlich: Heirat oder
ein EU-Pass - ohne diese Voraussetzungen habe man hohe
Hürden zu überwinden. "Dabei sind deutsche
Produkte in Südafrika hoch angesehen."
Bei Marlene du Plessis-Zötl geht die Sympathie
für Deutschland darüber hinaus. "Es ist
mein Zuhause", sagt die Mutter von zwei Kindern.
"Für meine Verwandten und Freunde in Südafrika
bin ich nun eine Besucherin." aja
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